Skulptur der Seligen Mutter Maria Tauscher, Gründerin der Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu. Symbol für Nächstenliebe, Fürsorge, Glauben und Hilfe für verlassene Kinder und Bedürftige.
Die Selige Mutter Maria Tauscher gilt als Gründerin der Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu, einer Ordensgemeinschaft, die gegründet wurde, um verlassene Kinder und die Schwächsten der Gesellschaft aufzunehmen und zu unterstützen.
Sie wurde am 29. Juni 1855 in Sandow, nahe Frankfurt an der Oder, geboren, das heute auf polnischem Gebiet liegt. Sie war die Tochter des lutherischen Pfarrers Hermann Traugott Tauscher und von Pauline van den Bosch. Im Jahr 1888 konvertierte sie zum Katholizismus, was zu einem schmerzhaften Bruch mit ihrer Familie führte.
Nach ihrer Konversion verlor Maria Tauscher auch ihre Arbeit in einer psychiatrischen Klinik in Köln und lebte mehrere Jahre unter schwierigen Bedingungen. Sie arbeitete als Reinigungskraft und Hausangestellte in einem Kloster in Berlin und führte ein einfaches Leben voller christlichen Glaubens.
In dieser Zeit war sie tief bewegt von der großen Zahl verlassener Kinder, die auf den Straßen lebten, weil ihre Familien aufgrund von Armut und Arbeit nicht für sie sorgen konnten. Deshalb beschloss sie, ihr Leben den ärmsten und schwächsten Kindern zu widmen.
Im Jahr 1891 gründete sie in Berlin das „Heim für Heimatlose“, das dem heiligen Josef gewidmet war. Mit der Zeit schlossen sich weitere Schwestern ihrer Mission an und nahmen, da sie nach der Regel der Karmelitinnen lebten, den Namen Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu an.
Die deutschen kirchlichen Behörden verweigerten zunächst die Anerkennung der neuen Ordensgemeinschaft. Die Schwestern zogen deshalb in die Niederlande, wo sie in Sittard ein Noviziat gründeten. Im Jahr 1905 wurde der Hauptsitz des Ordens nach Rocca di Papa bei Rom verlegt, und im selben Jahr erkannte Papst Pius X. die Gemeinschaft offiziell an.
Mutter Maria Tauscher leitete den Orden bis zu ihrem Tod am 20. September 1939 in Sittard. Ihre Reliquien ruhen noch heute in der niederländischen Stadt.
Der Orden der Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu verbreitete sich schnell in ganz Europa und später auch in Amerika und Afrika. Heute zählt die Gemeinschaft etwa 5.000 Schwestern, die in Bildungs-, Sozial- und Missionswerken tätig sind.
Die Seligsprechung von Maria Tauscher fand im Jahr 2006 in der Kathedrale von Roermond in den Niederlanden statt und würdigte offiziell ihr Leben im Dienst der Nächstenliebe.
Ikonographie: Die Selige Mutter Maria Tauscher wird im Ordensgewand der Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu mit einem Kreuz dargestellt.
Gedenktag: 20. September.
Patronin: Angerufen als Symbol für Nächstenliebe, Fürsorge, Schutz der Kinder und christlichen Glauben.