Skulptur der Heiligen Ursula, christliche Jungfrau und Märtyrin. Symbol für Glauben, Schutz, Reinheit und Mut.
Die Heilige Ursula gehört zu den faszinierendsten Gestalten der christlichen Überlieferung, deren Geschichte vor allem durch Legenden überliefert wurde, die vermutlich einen historischen Kern besitzen.
Der Überlieferung nach war Ursula die Tochter eines Königs der Bretagne und erhielt eine tief christliche Erziehung.
Schon in jungen Jahren weihte sie sich heimlich Gott und entschied sich für ein Leben in Reinheit und Hingabe.
Aufgrund ihrer Schönheit und Bildung hatte sie zahlreiche Freier.
Als der heidnische Prinz Ereus um ihre Hand anhielt, lehnte sie nicht offen ab, um einen Konflikt zwischen den beiden Königshäusern zu vermeiden.
Sie bat jedoch um eine Frist von drei Jahren, um den Willen Gottes besser zu erkennen und hoffte auf die Bekehrung des Prinzen.
Zudem stellte sie die außergewöhnliche Bedingung, mit 11.000 Jungfrauen eine Pilgerreise nach Rom unternehmen zu dürfen.
Ereus erfüllte alle ihre Wünsche, um sie heiraten zu können.
So begann Ursula mit ihren Gefährtinnen die Reise, begleitet von Bischöfen, Priestern und anderen Beschützern.
Ein heftiger Sturm trieb sie an die Mündung des Rheins und weiter nach Köln, wo sie freundlich empfangen wurden.
In der Nacht erschien Ursula ein Engel, der ihr vorhersagte, dass sie nach Köln zurückkehren würden, um dort als Märtyrerinnen zu sterben.
Die Reise führte weiter nach Rom, wo sie vom Papst feierlich empfangen wurden, der die noch ungetauften Jungfrauen taufte.
Nach einer Vision beschloss auch der Papst, sie auf dem Rückweg zu begleiten.
Zur gleichen Zeit machte sich auch Prinz Ereus, durch einen Traum geleitet, auf den Weg nach Köln, um das Schicksal Ursulas zu teilen.
Bei ihrer Rückkehr war die Stadt von den Hunnen belagert.
Die Angreifer töteten alle Pilgerinnen an einem einzigen Tag.
Nur Ursula wurde zunächst verschont, da der Hunnenkönig Attila von ihrer Schönheit beeindruckt war und sie heiraten wollte.
Ursula lehnte ab und wurde mit einem Pfeil getötet, wodurch sie zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert als Märtyrin starb.
Der Überlieferung nach könnte die Zahl von 11.000 Gefährtinnen auf einen Schreibfehler zurückgehen und ursprünglich deutlich geringer gewesen sein.
Eine alte Inschrift in der Kirche der Heiligen Ursula in Köln bezeugt dennoch das Martyrium mehrerer christlicher Frauen.
Die Verehrung der Heiligen Ursula verbreitete sich rasch in ganz Europa.
Im Jahr 1535 gründete Angela Merici den Ursulinenorden, der sich der Erziehung von Mädchen widmet.
Ikonographie: Die Heilige Ursula wird mit schützendem Mantel, Krone, Palme, Taube, Pfeil, Schiff oder Banner dargestellt, oft während ihres Martyriums.
Gedenktag: 21. Oktober.
Patronin: Der Stadt und Universität Köln, der Universitäten Paris, Wien und Coimbra, der Lehrerinnen, Erzieherinnen, Jugendlichen und Jungfrauen sowie angerufen für eine gute Ehe und einen friedlichen Tod.
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