Skulptur der Heiligen Hedwig, Herzogin von Schlesien und großes Vorbild christlicher Nächstenliebe. Schutzpatronin Schlesiens und der Ehepaare, Symbol für Frömmigkeit, Demut, Hilfsbereitschaft und christlichen Glauben.
Die Heilige Hedwig gehört zu den bedeutendsten Frauengestalten der mittelalterlichen europäischen Spiritualität und wird besonders wegen ihrer außergewöhnlichen Nächstenliebe, ihrer Liebe zu den Armen und ihres tiefen Glaubens verehrt.
Sie wurde um das Jahr 1174 in Andechs geboren und erhielt ihre Erziehung im Benediktinerinnenkloster Kitzingen am Main.
Sie war die Tochter des Herzogs Berthold von Andechs und die Tante der berühmten Heiligen Elisabeth von Thüringen.
Bereits im Alter von zwölf Jahren heiratete sie Herzog Heinrich I. von Schlesien, mit dem sie eine glückliche und tief christliche Ehe führte.
Aus ihrer Ehe gingen sieben Kinder hervor, und gemeinsam setzten sich die Eheleute intensiv für die Christianisierung Schlesiens ein, indem sie Missionare, Klöster und religiöse Werke unterstützten.
Die Nächstenliebe der Heiligen Hedwig war grenzenlos. Sie besuchte persönlich Arme, Kranke und Bedürftige, um ihnen Hilfe und Trost zu bringen.
Herzog Heinrich respektierte den großzügigen Charakter seiner Frau zutiefst, und gemeinsam führten sie trotz ihres hohen Standes ein einfaches und bescheidenes Leben.
Der Volksüberlieferung zufolge sagte man scherzhaft, es sei besser, arm und von der Herzogin unterstützt zu werden, als für sie zu arbeiten – so groß war ihre Großzügigkeit.
Die beiden Herrscher förderten außerdem die Entwicklung und Zivilisierung der Region, indem sie deutsche Bauern ansiedelten und neue Klöster sowie religiöse Einrichtungen gründeten.
Die Heilige Hedwig ließ zahlreiche Krankenhäuser, Hospize und karitative Einrichtungen errichten und zeigte stets großes Mitgefühl für die Leidenden.
Ihr Leben war jedoch auch von schwerem Leid geprägt.
Im Jahr 1238 starben ihr Ehemann Heinrich und sechs ihrer sieben Kinder. Außerdem wurde die Burg ihrer Familie zerstört und ihre Schwester getötet.
Nach diesen Schicksalsschlägen zog sich die Heilige Hedwig in das Kloster Trebnitz, das heutige Trzebnica in Polen, nahe Breslau zurück.
Dort verbrachte sie die letzten Jahre ihres Lebens im Gebet, in Buße und Kontemplation.
Sie starb am 15. Oktober 1243 in großer Einsamkeit.
Im Jahr 1267 wurde sie von Papst Clemens IV. heiliggesprochen. Ihre Reliquien wurden im Wawel-Dom in Krakau beigesetzt, der zu einem bedeutenden Wallfahrtsort wurde.
Bis heute wird die Heilige Hedwig als Vorbild christlicher Liebe, Großzügigkeit und Hingabe an die Armen verehrt.
Ikonographie: Die Heilige Hedwig wird als junge Königin oder Herzogin mit Krone, Lilien, Kirchenmodell oder Marienbild dargestellt; manchmal als Zisterzienserin, oft barfuß mit den Schuhen in der Hand als Zeichen der Demut.
Gedenktag: 16. Oktober.
Patronin: Von Schlesien, Polen, Wroclaw, Trzebnica und Krakau, der Vertriebenen und Ehepaare.